Launchorasince 2014
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Kaputt


Was ist eigentlich eine Depression?

Jeder denkt anders darüber. Manche machen sich lustig darüber & über die Menschen, die welche haben, manche bemitleiden diese Menschen oder man steckt selbst in einer.

Man kann sie sich nicht wirklich vorstellen oder erklären. Es gibt sie in den verschiedensten Arten & Formen. 

Manche entstehen manchmal einfach so mit der Zeit - andere haben einen Ursprung, eine Erfahrung, die dazu führte.

Meine war ein Gemisch von diesen beiden.

Sie kommt langsam, klopft nicht an die Tür, sondern schleicht sich in dein Kopf, wie ein Dieb, der gierig ist, nach deinem Eigentum. 

Nur ist dies kein gewöhnlicher Dieb, denn er bleibt. Zunächst versteckt, kommt langsam, aber sicher raus aus seinem Versteck & nimmt immer mehr an sich, bis er Besitz ergreift und sich einnistet.

Ihr seid von Anfang an keine Freunde, doch irgendwann gewöhnt man sich an ihn & er wird ein Teil von dir - von deinen Gedanken.

Er kennt alles über dich, kontrolliert &  kritisiert dich & deine Lebensweise ununterbrochen. Ständig hält er dir deine Fehler & deine Unvollkommenheit vor deine Nase, bis du irgendwann nur noch das Schlechte an dir siehst und deine Gedanken nur noch damit beschäftigt sind. 

Jedes mal, wenn du in den Spiegel siehst, siehst du deine Fehler. Du fängst an dich mit anderen zu Vergleichen & siehst in anderen nur noch die Dinge, die du nicht hast, aber gerne hättest. Du beneidest sie, willst so sein, wie sie. 

Der Selbsthass schleicht sich in dein Leben. Du kannst nicht mehr in den Spiegel schauen. Du versuchst dich zu ändern, um so zu sein, wie die anderen - um ihnen zu gefallen. Doch du bist nicht du selbst und das zieht dich herunter....

Und du fällst. Du fällst immer weiter in dein tiefes dunkles Loch. Du isolierst dich, stößt deine Freunde, Familie weg von dir. Du isst mehr/ weniger, als vorher, liegst den ganzen Tag in deinem Bett. Dein Bett ist jetzt dein bester Freund. Du fühlst dich darin sicher, du kannst du selbst sein & musst die anderen nicht mehr sehen.

Jede Nacht weinst du dich in den Schlaf. Dein Selbstmitleid ist mittlerweile groß und du wirst immer leiser nach außen, schüchterner & unauffälliger. 

Innen schreist du nach Hilfe & Erlösung. Dein Körper fühlt sich an, wie eine Leere, welche von nichts gefüllt werden kann. Diese Leere ist schmerzhafter, als jeder Schmerz. Er vergeht nie, dein Herz scheint aufgehört zu haben mit dem Schlagen.

Du fühlst dich, wie ein lebloser Geist, der nur noch so durch das Leben streift. Nichts kann es besser werden lassen. Hin & wieder vergisst du ihn mal, lachst. Doch genauso schnell vergeht es dir wieder, dir fällt dein Leben ein. 

Dein Leben ohne Sinn & ehrlicher Freude. Du siehst keine Zukunft für dich. Du hast ja keine verdient, du bist armselig. Du verdienst es dich den ganzen Tag von anderen fernzuhalten. Du störst nur jeden mit deiner Gegenwart, du bist ein Klotz am Bein.

Bist du in der Öffentlichkeit, trägst du fast nur noch schwarz & hast diesen Blick drauf, in der Hoffnung, dass ihn jemand sieht & merkt, wie zerbrochen & hilflos du bist.

Irgendwann verlierst du allmählich die Lust aufs Leben. Du merkst, wie kaputt du bist, wie das alles keinen Sinn hat. Du fühlst dich schon tot und spielst mit dem Gedanken, wie es wäre, wie es sich anfühlen würde zu sterben. Bestimmt besser, als leben. 

Man hat seine Ruhe von alle dem, man wird frei.